Ich erinnere mich, schon als kleines Kind am Tisch gesessen und meine Bildergeschichten gezeichnet zu haben (ich erinnere mich an eine über eine kleine Maus, die einen breiten Fluss überqueren musste und ihre Ideen, wie sie dies schaffen könnte). Während meiner gesamten Schulzeit war Zeichnen mein liebstes Fach. Als ich mit 17 ein Jahr in den USA verbrachte, konnte ich gleich zwei Kunstklassen belegen und meine Werke erstmals in der Öffentlichkeit zeigen. Nach meiner Rückkehr in die Schweiz stand aber für die nächsten Jahre die Schule und die Ausbildung zur Luftverkehrsangestellten im Vordergrund. Nach Lehrabschluss folgten berufliche Auslandaufenthalte und viele Reisen, das künstlerische Schaffen hielt sich für mehrere Jahre im Hintergrund. |
1996 gab ich meine Stelle am Flughafen auf, ebenso meine Wohnung in Zürich, und zog mit dem Rucksack Richtung Asien, Australien und Neuseeland los. Im Gepäck unter anderem ein Skizzenbuch, das sich bis zu meiner Rückkehr, elf Monate später, bis auf die letzte Seite mit kleinen Zeichnungen gefüllt hatte. Ein zweites Notizbuch hatte ich unterwegs dazugekauft. Während den langen Busreisen durch das australische Hinterland, am Abend vor den Jugendherbergen, am Strand und in den Nationalparks, überall entstanden kleine, detaillierte Zeichnungen. Nachdem ich in der Schweiz wieder Fuss gefasst und einen neuen Job gefunden hatte, erfolgte der wohl wichtigste Einschnitt in meinem Leben. |
Meine Tochter kam im Dezember 1998 zur Welt und brachte ganz neue Perspektiven in mein Leben. Ohne es zu ahnen, wurde sie zum Auslöser dafür, dass ihr heute hier meine Bilder anschauen könnt. Sicher ist meine Tochter das Wichtigste in meinem Leben, und doch wurde im Laufe der letzten Jahre die Kreativität für mich als Ausgleich zu den Anforderungen als alleinerziehende Mutter immer wichtiger. |
So entstand als erstes ein Kinderbuch, „Taleylo“, von mir geschrieben und gestaltet. Als dann rasch klar wurde, dass eine Veröffentlichung mit diesen Bildern niemand übernehmen würde, da die Kosten einfach zu hoch wären, dachte ich mir: „Dann schreibe ich halt ein Buch mit mehr Text und wenigen Bildern.“ So entstand der Fantasy-Roman „ Über den Silberfichten“, der von mir illustriert und 2004 veröffentlicht wurde. |
Und so entstehen meine Tuschzeichnungen, abends, wenn Ruhe einkehrt, wenn die Gedanken während dem Zeichnen auf den Tag zurückblicken und sich für den nächsten Tag sammeln, wenn ich weder Mutter noch Arbeitnehmerin noch sonst jemand, ausser ganz mich selbst bin. |